Sonntag, 12.07.09
Am Sonntagmorgen sind wir von St.Gallen und Herisau her mit dem Zug
aufgebrochen in Richtung Göschenen und von dort aus mit dem Postauto
zur Göscheneralp, wo wir auf unseren Bergführer Martin Ruggli
trafen.
Nach der Deponierung unseres Hochtourenmaterlials in Martins Auto,
ging es zu Fuss los in die Bergseehütte. Dort angekommen bezogen
wir unser Lager und verbrachten dann den restlichen Nachmittag, in
drei Leistungsgruppen eingeteilt, mit grundlegender Ausbildung am
Berg. Alle drei Gruppen machten sich auf zu, der Hütte nahegelegenen,
Klettergärten. Trotzt Regen wurden erste Seillängen geklettert.
Nach der Ausbildung machten wir uns wieder auf zur Hütte und
wurden dort dann bald verköstig. Nach ein paar Runden Jassen
war dann auch schon bald Nachtruhe und der erste Tag war vorbei.
Dominik Lutz
Montag, 13.07.09
Weil dies laut Meteoschweiz der schönste Tag der Woche werden
sollte, hatten wir uns am Abend zuvor für den Schijenstock (3150m)
Südgrat begeistert, wir, das heisst Martins Gruppe: Dersu, Samuel,
Matthias, Roman, Jan, Dennis, und ich.
Die beiden anderen Gruppen planten Touren am Bergseeschijen bzw. Hochschijen.
Unter bedecktem Himmel machen wir uns auf zum Einstieg. Ein steiles
Schneecouloir hoch, und bald in leichter, abwechslungsreicher Kletterei
den Grat erklimmend. Kurz nach dem ersten Turm kommt ein kalter Wind
auf und noch immer ziehen dunkle Wolken von Westen her über die
Bergkämme. Wir kehren nicht um. In den feineren Plattenstellen
belohnt uns schon bald die warme Mittagssonne und verhilft auf den
herrlich ausgesetzten Zackengraten zu Glücksgefühlen. Nachdem
wir auch den 10. Turm erobert und uns davon abgeseilt haben, treffen
wir uns kurz darauf zum gemeinsamen Gipfelgruss. Es folgt der leichte
Abstieg über die von losem Schutt gefüllte Ostflanke mit
amüsantem „Schneefeldakrobatikfinale“. Neben der
genussvollen Granitkletterei war die Tour ideal um die Seilverkürzung,
das Gehen am kurzen Seil und die improvisierte Absicherung wieder
einmal etwas zu trainieren.
Die Tour ist geschafft, der Tag noch lange nicht: Der Bergsee lockt
zum Bade. Einmal Direttissima hindurch und dann dem Ufer entlang zurück
– reinigt und weckt die Geister!
Auch die heisse Suppe vermag die Körpertemperatur bei einigen
erst nach einer halben Stunde wieder anzuheben, weshalb gewisse Leute
durch ihr zittriges Suppenlöffeln die ganze Lagergemeinschaft
amüsieren.
Pascal Egli
Dienstag 14.07.09
Heute ist ab dem frühen Nachmittag schlechtes Wetter angesagt.
Darum entscheiden wir, keine riesen Touren zu machen. Eine Gruppe
wird an den Bergseeschijen Nordwest-Gratturm, eine an die Bergseeschijen-Westwand
und wir an die Bergseeschijen-Südwand. Das Ziel ist, bis Mittag
an einem geeigneten Ort für eine Umkehr bei Schlechtwetter zu
sein.
Beim Verlassen der Hütte pfeift uns ein rauer Wind um die Ohren,
der uns den ganzen Tag begleiten wird. Schon bald steigen wir in die
beiden Routen Südostpfeiler und Tonis Lust ein. Nachdem ca. auf
halber Wandhöhe die ersten Tropfen fallen, entscheiden wir uns
zur Umkehr.
Zurück am Einstieg hat noch niemand genug und wir beschliessen
den weiteren Tagesverlauf mit Klettereien im Hüttenklettergarten
zu gestalten. Neben normalem Klettern mit den Kletterfinken versuchen
sich, nach anfänglichem Misstrauen, immer mehr auch noch im Klettern
„mit de Böck“, was, wie sich zeigen wird, ein ideales
Training für den Donnerstag ist.
Der Abend verläuft dann wieder „bergseehüttenklassisch“
mit einem Nachtessen, das den Magen füllt und gerade so nicht
im Mund stört und der obligaten Runde Jassen oder Tichu.
Schäwi
Mittwoch 15.07.09
Am Mittwochmorgen erwachten wir, wie an den bisherigen Tagen, in der
Bergsee Hütte. Nach dem Zmorgen hiess es alle Sachen zusammenpacken
und sich vor der Hütte bereit stellen. Wir unterteilten uns in
Gruppen und kletterten in den verschiedenen Klettergärten rund
um die Hütte bis in den späten Vormittag. Nach dem Klettern
stiegen wir gemeinsam zur Göscheneralp ab. Von der Göscheneralp
beförderte uns das Postauto nach Göschenen, wo wir uns für
die restliche Woche neuen Zmittagproviant einkaufen konnten. Nach
einer kurzen Wartezeit brachte uns das Postauto von Göschenen
via Andermatt zum Tiefenbach. Vom Tiefenbach aus liefen wir auf direktem
Weg (einige ein wenig schneller und einige ein wenig langsamer) zur
Albertheim Hütte. In der Hütte suchten sich alle einen Schlafplatz
und richteten sich gemütlich ein. Nach diesem Hüttenwechsel
gab es den wohlverdienten Znacht
Mario Broger
Donnerstag, 16.07.09
Um 4:30 Uhr sitzen Martin, Pascal, Dersu, Denis, Beni, Matthias, Samuel
B. und ich am Zmorgen und essen halbschlafend unser Frühstück.
Um Punkt 5.00 Uhr stehen alle mit ihrem Rucksack vor der Hütte
bereit. Das Tagesziel unserer Gruppe am heutigen Tag heisst Galenstock.
Die anderen Gruppen besteigen an diesem Tag das Gletschhorn bzw. das
Gross Bielenhorn.
Nach einem Aufstieg über Gletscher und Wanderwege, sind wir am
Einstieg unserer bevorstehenden Route. Durch griffige Risse und an
viel zu vielen Bohrhaken vorbei (ca. 10 Stück pro Meter!!!) kommen
wir auf den Grat, wo wir unsere Steigeisen montieren und das letzte
Stück auf den Gipfel unter die Füsse nehmen. Nach einer
kurzen Mittagsrast auf dem Gipfel, beginnen wir den brüchigen
Abstieg, der uns zurück auf den Gletscher bringt. Die Hütte
erreichen wir nach 8 Stunden voller Action.
Den Rest des Tages verbringen mit Klettern um die Hütte und mit
Sonne Geniessen.
Roman von Schulthess
Freitag, 17.07.09
Hochmotiviert standen wir nach spätem Frühstück startbereit
am Einstieg des Hüttenklettergartens. Das allgemeine Motto war:
„So wenig Anstrengung wie möglich, bevor der Regen kommt.“
Es wurden – ganz unbeabsichtigt – doch noch einige Finger
blutig in einem scharfen, steilen Riss ohne Haken. Doch dann kam endlich
die Kaltfront und das Hüttenleben begann: Meiern, Jassen, Klimmzugsessions,
Schlägereien im Massenlager und Lunchverzehr. Beim Eindunkeln
begann es zu schneien...
von Dominik Luz, Pascal Egli, Dersu Alther et al.
Samstag 18.07.09
Am letzten Tag unseres Sommerlagers erwartete uns ein Hüttenabstieg
in ca. 10cm hohem Neuschnee, welcher über Nacht gefallen ist.
Dank den guten Beziehungen eines unseren Leiters konnten wir anschliessend
in der Kletterhalle des Militärs noch ein paar Stunden Klettern.
Anschliessend ging es mit dem Zug nach Hause.
Im Namen aller Teilnehmer möchte ich mich bei Martin Ruggli und
bei den mithelfenden Leitern für die Organisation und Durchführung
des Lagers bedanken!
Matthias Bless
Das Sommertourenlager 2009 bot eine absolute Neuheit: Ein
Lager zusammen mit der JO St. Gallen.
Diese Idee, welche aus einem Teilnehmer- bzw. Leitermangel entstand,
war ein super Erlebnis für alle beteiligten. Der Grundstein für
eine JO-übergreifende Zusammenarbeit ist gelegt. Es bleibt zu
Hoffen, dass dieses Lager nicht einzigartig war und weitere Anlässe
in dieser Form auch in Zukunft Platz in den Programmen unserer beiden
JOs finden werden.
Ich und noch Weitere unserer JO und der JO St. Gallen haben jedenfalls
schon einige Ideen für das nächste und die folgenden Jahre.
Jetzt heisst es am Ball bleiben…
Schäwi