„Ein Rennen der Superlative!“ So würde es wohl ein
Boulevardblatt kommentieren. Aber diesmal sind es nicht bloss Floskeln:
Die leichteste und teuerste Skiausrüstung, die stärksten
Föhnwindböen und die schnellsten JO-Cracks. Wobei das mit
der teuren Skiausrüstung natürlich Bluff ist: Bereits zum
dritten Mal in Folge hat uns ein Trainer des Nationalteams Skitourenlauf
für die Trophy ein komplettes Rennset zur Verfügung gestellt.
Damit rannten wir im Licht der Stirnlampen förmlich den Berg
hinauf, wobei wir aufpassen mussten, nicht „vom Winde verweht“
oder vom Eise verdreht zu werden.
Trotz der aus Sicherheitsgründen verkürzten Strecke gab
es einen Fellwechsel, für den wir zuvor unter der Leitung des
genannten Trainers bereits das Abnehmen der Felle mit Skiern an den
Füssen geübt hatten. Sogar einige unerschrockenen Fans feuerten
uns auf dem Weg nach oben an, unter anderem Fredli unser Leiter, der
uns vor und nach dem Rennen begleitete, moralisch unterstützte
und für uns das Material transportiert hatte. Danke Fredli!
Seine volle Wucht erreichte der Sturm zum Glück erst, als wir
in der Beiz bei Pommes und Suppe gespannt auf die Rangverkündigung
warteten; mehr als einen der zahlreichen Helfer rissen die bis zu
150 km/h-Böen von den Füssen. Dann folgte, wie im klassischen
Roman, der Höhepunkt, bei dem die Wetterverhältnisse als
Stilmittel den Handlungsverlauf unterstreichen: Unsere drei JO-ler
Dersu, Matthias und Roman nahmen in der Kategorie Junioren das Podest
ein!
Bisher war die nächtliche Skiabfahrt jeweils verboten gewesen.
Doch dieses Jahr fuhren wir für einmal ganz „legal“
nach Schwende hinunter - die Seilbahn tat schon seit fünf Uhr
keinen Wank mehr. Zufrieden kehrten wir heim – endlich ins Bett!